Heizung und Wasserwechsel

Für die Rubrik – Start in die Zucht

Unter der Rubrik „Start in die Zucht“ stelle ich nach und nach interessante Themen und Informationen für einen möglichst gelungenen Anfang ein. Vielleicht erleichtert dies den ein oder anderen angehenden Züchter den Einstieg, da es einige Fehler vermeiden hilft, die ich selbst definitiv noch gemacht habe. Heute geht es mit den Themen Heizung und Wasserwechsel um Elementares in der Zucht.

Thema Heizung
Stabheizer
Stabheizer

Für den Anfang mit wenigen Becken, braucht man sich um das Thema Temperatur in den Aquarien keine großen Gedanken machen. Mit Stabheizer kann diese auf für Guppys angenehme 24 °C gehalten werden. Die Stromkosten sind hier noch gering. Mit immer mehr Becken, reicht dieses Konzept jedoch nicht mehr. So wird bei größeren Anlagen immer der Raum der Anlage geheizt. Dies ist hier einfach energie- und kostengünstiger. Viele Züchter haben dafür den Heizungskeller oder -raum für sich entdeckt. Bei mir ist die Raumheizung meines Büros auf mindestens 22 °C eingestellt. Die gemessene Beckentemperatur ist im Winter so in der Regel bei ca. 23-24 °C.

Thema Wasserwechsel

Ein wöchentlicher Wasserwechsel, um Endprodukte wie Nitrat zu reduzieren, ist gerade bei intensiver Fütterung im Zuchtbereich dringend geboten. Ich wechsle hierzu pro Becken ca. 30% des Wassers.

Bei wenigen Becken kann dies noch mit wenig Zeitaufwand durch Eimer und Saugschlauch erfolgen. Achtung: Guppy-Nachwuchs ist klein, daher ggf. ein Netz zum Beispiel von einem Fangnetz um den Schlauch machen.

Saugschlauch mit Schutz für Jungfische
Saugschlauch mit Schutz für Jungfische

Auch hier gilt: Mit steigender Anzahl der Becken sind andere Konzepte sinnvoller. Dazu arbeitete ich bis vor kurzem für alle Becken mit Saugschlauch in eine Tonne hinein. Eine Tauchpumpe befördert dann das Wasser ab einem gewissen Wasserniveau in der Tonne über einen Schlauch ins Abwasser/Toilette. Ich betreibe mittels Klemmen am Aquarium jeweils vier Saugschläuche parallel hinein in die Tonne und kann so vier Becken gleichzeitig absaugen. Die Klemmen legen auch gleich das Niveau bis wohin abgesaugt wird fest.

Das Becken füllte ich dann mit Frischwasser direkt mit Schlauch wieder auf.

Mittlerweile stelle ich auf (halb-)automatischen Wasserwechsel um. Darum geht es in meinem Beitrag vom 15.08.2021.

Echte Ausstellung in Warschau

Neben der bereits erfolgten Ausstellung in Ungarn findet nun am 08.10.2021 tatsächlich eine Ausstellung in Warschau statt. Wer will kann also Guppys zum „Anfassen“ in Warschau erleben.

Alle Bildrechte bei HWGC – All picture rights by HWGC

Mehr Informationen sind auf der Facebook-Seite des Vereins zu finden. Ich wünsche dem Verein eine gelungene Ausstellung in diesen schwierigen Zeiten von Corona.

Neues vom Lutino-Projekt

Fast ein Jahr ist es nun her, dass ich ein Update zu meinem Lutino-Projekt gegeben habe. Während in diesem Beitrag noch Bilder von der F1 zu sehen waren, kann ich hier bereits Bilder der jungen F3 des Lutino-Projekt zeigen. Ziel des Projektes ist ein Lutino Platinum Japan Blau mit roter Beflossung.

Schema Lutino-Projekt

Dieses Zielbild habe ich hier in der Idealisierung einmal dargestellt. Nun die Männchen der F3 kommen diesem Ideal schon recht nahe, sind aber noch von der Grundfarbe Grau. Für die Weiterzucht nutze ich sie aber nicht, da die Weibchen der F3 zu 50% die roten Flossen genetisch in sich tragen und auch zu 50% die Lutino-Grundfarbe besitzen.

Durch die Nutzung des weiblichen Genpools geht es um eine Generation schneller. Hier sei noch zum Verständnis erwähnt, dass das Merkmal Platinum Japan Blau (also die Körperfärbung) auf dem männlichen Y-Chromosom liegt und rote Farbe der Dorsale und Caudale hingegen vom X-Chromosom kommen.

Blick zurück

Doch noch einmal zurück zur Ausgangslage. Die Unzufriedenheit über meinen Farbschlag Lutino Red Grass ließ mich dieses Projekt starten. Das große Bild zeigt ein Männchen der Ausgangs-Lutino-Linie und die beiden kleinen Bilder der Galerie die P0-Generation des Projektes.

In der F1 fielen wie erwartet Platinum Japan Blue mit roten Grass-Flossen in der Grundfarbe Grau (Bild links). In der F2 konnte diese Farbkombination dann auf der Grundfarbe Lutino (Bild Mitte) erzielt werden. Die beiden Bilder dieser Generationen habe ich noch im ein Bild der eingekreuzten Weibchen aus meinem Stamm Blond Japan Blau Rot ergänzt (Bild rechts). Diese bringen nun die roten Flossen genetisch auf dem X-Chromosom ein.

Aktueller Stand – Die F3

Die F3 entsteht nun aus der Verpaarung Weibchen Blond Japan Blau Rot mit einem Männchen Platinum Japan Blau mit rotem Grass auf den Flossen in der Grundfarbe Lutino aus der F2-Generation. Bei den Männchen entstehen so Platinum Japan Blau Tiere mit roten Flossen. Die Weibchen tragen wie bereits beschrieben zu 50% das X-Chromosom für rote Flossen und zu 50% das Lutino Erbgut in sich.

Ausblick auf die F4

Durch die Verpaarung der Lutino Platinum Japan Blau Männchen mit roter Grass Beflossung und einem dieser Weibchen der F3 ergeben sich einige Männchen die sowohl Lutino sind, als auch eine rote Caudale und Dorsale aufweisen sollten. Ich hoffe also in meinem nächsten Beitrag zu diesem Projekt endlich das angestrebte Ziel auf einem Foto zeigen zu können!

Automatischer Wasserwechsel

Projekt automatischer Wasserwechsel – Teil 1 – Die Becken

Wenn die Becken immer mehr werden und es über die Zuchtanfänge hinaus geht, macht ein automatischer Wasserwechsel immer mehr Sinn. Dieser spart viel Zeit und Mühen. Vor gut einem Jahr berichtete ich über die erste Umrüstung meiner Aquarien auf eine neue Filterart. Den Mattenfilter mit leiser elektrischer 5-Volt-Minipumpe. Damit leitete ich den Startschuss für mein Projekt ein.

Automatischer Wasserwechsel = Loch ins Becken bohren

Da ich nun die Becken bereits einmal in der Hand hatte, bereitete ich diese auch gleich auf den geplanten automatischen Wasserwechsel vor. Ein automatischer Wasserwechsel läuft bei Aquarien in der Regel dabei grundsätzlich wie folgt ab. Über einen Zulauf fließt Wasser in das jeweilige Becken und mittels eines Überlauf fließt das Wasser aus dem Becken, wenn es ein bestimmtes Niveau erreicht wieder ab. Dazu ist es nötig ein Loch ins Becken zu bohren.

Je Variante des Überlaufes ist es ein Loch in der Seitenwand oder im Boden. Bei mir habe ich das Loch in die Rückwand gebohrt. Wer nun denkt „ohje“ ein Loch ins Becken bohren, geht da das Becken nicht kaputt ? Dem sei gesagt, so schwer ist das nicht. Es gibt Kreis-Glasbohrer (mit Diamantbeschichtung) zu kaufen. Diese bohren sich durch 4mm dickes Glas innerhalb weniger als einer Minute durch. Insgesamt habe ich nunmehr 34 Becken gebohrt und lediglich ein sehr altes Becken ist beim Bohren kaputt gegangen.

In den Bildern ist das durchsichtige PVC-Rohr von noch nicht durch die Matte durchgestoßen. Ansonsten sind die Becken einsatzfähig und im Übrigen vorher komplett neu verklebt worden an den Kanten.

Ein Loch ist drin – und nun ?

Ist das Loch erst einmal drin, benötigt es weitere Teile um den Abfluss zu realisieren. Auf den beiden Bildern oben ist zu sehen, wie der Mattenfilter mit Pumpe im Becken eingeklebt ist und das Loch mit einer Tankdurchführung aus PVC versehen wurde. Anfangs habe ich, da die Rohre noch nicht angebracht waren und wie in den oberen Bilder ersichtlich, ein Verschlussstopfen vorübergehend als Abdichtung angebracht. Bei der Tankdurchführung ist darauf zu achten, dass die Gummidichtung (Schwarz) auf der Innenseite des Aquariums angebracht wird. Als kleinen Ausblick zeigt das folgende Bild das weitere verbaute Anschluss-Set aus PVC. Zur Dichtung wird dabei ein Teflon-Band genutzt.

Anschluss-Set aus PVC mit Teflon-Band zum Abdichten
Anschluss-Set aus PVC mit Teflon-Band zum Abdichten

Neues von Platinum Japan Blau Leopard

Zuletzt habe ich von meinem Kreuzungsvorhaben mit dem Ziel Platinum Japan Blau Leopard auf der Grundfarbe Gold zu erhalten Mitte 2020 berichtet. Dabei berichtete ich von den ersten Nachkommen der F1. Nun schwimmt teilweise schon die F3 in meinen Becken und es sind sogar schon die ersten Tiere der Grundfarbe Gold aufgetaucht. In insgesamt drei Becken tummeln sich derzeit die Resultate der Kreuzungen. Das als Zwischenschritt für den Erhalt der Grundfarbe Gold eingekreuzte Mosaik ist wie geplant in keinem der drei Becken mehr genetisch vorhanden.

Um einen Eindruck der grauen Variante zu erhalten habe ich hier ein Video und Bilder der F3 hinterlegt. Das Beitragstitelbild zeigt ein Männchen der F2.

Platinum Japan Blau Leopard der F3
Platinum Japan Blau Leopard der F3
Platinum Japan Blau Leopard der F3

Nachdem nun die Neukombination abgeschlossen ist, folgt nun die vollständige Transformation auf die Grundfarbe Gold, dazu plane ich die jetzt noch jungen Nachwuchs-Männchen der Grundfarbe Gold mit den im gleichen Becken schwimmenden Weibchen (sowohl graue als auch goldene) zu verpaaren. Es sollten erneut wieder (diesmal aber mehr) goldene Tiere fallen. Zumindest ist durch die Verpaarung mit ausschließlich den goldenen Männchen sichergestellt, dass die Nachkommen zu 50% die Grundfarbe Gold in sich tragen.

Weitere nötige Verbesserungen

Ein weiterer Punkt ist die Frage nach der Größe der Tiere. Denn die originale Leopard-Linie war durch den hohen Inzucht-Grad sehr klein vom Wuchs. Hier warte ich erst einmal die Entwicklung in den drei Becken ab. Sollte die Größe weiterhin ein Problem bleiben, werde ich wohl wieder ein Männchen der Platinum Japan Blue mit rotem Mosaik einkreuzen. Diese weisen ja eine gute Körpergröße auf.

In der F2 hat sich auch das kräftige Gelb in den Schwanzflossen etwas reduziert und auf dem Japan Blau sind einige schwarze Streifen festzustellen. Die schwarzen Streifen sind sicherlich auf das Leopard-Muster zurückzuführen. Beide Effekte gilt es in den nächsten Generationen durch Selektion entgegen zu arbeiten. Wobei sich auch die Frage stellt, wie diese beiden Effekte auf der Grundfarbe Gold ausfallen. Dieser Stamm birgt einiges an Potential und ich bin gespannt, wie es mir gelingt ihn weiter zu verbessern.

Als kleiner Leckerbissen hier schon ein kurzes Video der F3 auf Grundfarbe Gold im Alter von 2 Monaten.

Guppy Männchen Grundfarbe Gold mit Platinum Japan Blue Leopard Muster

Und hier noch ein kurzer Blick auf das Aussehen der Weibchen. Diese weisen eine schöne gelbe Leopard-Färbung in der Schwanzflosse auf.

Die grauen Leopard-Weibchen der F3

Neues Video von Kreuzung Platinum Japan Blue Mosaik

Wie ich bereits zu meinem Kreuzungsprojekt Platinum Japan Blue Mosaik geschrieben habe, bin ich mit dem Rot auf der Schwanzflosse dieses Stammes nicht wirklich zufrieden. Daher habe ich eine Einkreuzung aus einem anderen Mosaik-Stamm vorgenommen. Der letzte Beitrag zu diesem Thema enthielt ein Video im Alter von drei Monaten. Hier nun ein aktuelles Video im Alter von fünf Monaten.

Ich bin mit dem Ergebnis der F1 sehr zufrieden und werde sicherlich über den weiteren Fortgang zur F2 berichten. Dabei ist einmal eine Rückkreuzung an den neuen Stamm vorgenommen worden und einmal habe ich die F1 miteinander erneut verpaart.

Platinum Japan Blue rotes Mosaik im Alter von 5 Monaten

Update Seite Zuchtmethode

Ich habe die Seite Zuchtmethode aktualisiert. Nach über anderthalb Jahren waren hier einige Änderungen und Ergänzungen sinnvoll. Ich gehe in einigen Details aktuell etwas anders in der Herdenzucht vor und habe auch noch meine Ein-Becken-Zuchtmethode ergänzt. Diese nutze ich vor allem zum Erhalt von Genen und Farbschlägen, welche ich zur weiteren Zucht benötige.

Im Weiteren waren die Anpassungen nötig, da ich demnächst eine Einsteiger-Seite ergänzen möchte und die Seite Zuchtmethode dann eine inhaltliche Fortsetzung darstellt.

Red Grass für die Ausstellungen 2021

Leider wurde alle bisherigen Veranstaltungen abgesagt. Deswegen habe ich mal ein Foto von einem meiner Red Grass Guppys gemacht, welcher eigentlich für die Ausstellungen 2021 gedacht war. Sozusagen als kleine Vorfreude auf 2022…

Red Grass für Ausstellungen 2021
Red Grass für die Ausstellungen 2021
Ein Sonderling in den Becken für Ausstellungen 2021

In einem weiteren Becken für die Ausstellungen 2021 ergab sich auch ein interessanter Sonderling. Auf dem ersten dachte ich: „Mann der Red Grass hat irre aber viel blau zu bieten“. Allerdings entpuppte sich das Tier bei näherem hinsehen klar als Blue Grass, denn der Körper ist auch eindeutig blau. Die Schwanzflosse hingegen wechselt je nach Lichteinfall zwischen Blau und Rot hin und her. Die daneben schwimmenden Blue Grass haben diesen Effekt eindeutig nicht. Ich habe versucht das einmal auf einem Video einzufangen.

Blue Grass Guppy mit roten Reflexionen in der Caudale

Wie gesagt sind dies definitiv keine Spiegelungen oder dergleichen, denn die daneben schwimmenden Blue Grass weisen das Phänomen nicht auf.

Mögliche Ursachen

Ein Blue Grass entsteht ja durch einen Genmix unter Einfluss der Grundfarbe Blau. Das betroffene Tier kann einige rote Farben nicht ausprägen und es wandeln sich die roten Farben in Blau. Bei diesem Tier scheint dieser Effekt gegebenenfalls noch einmal mutiert zu sein. Nun scheint je nach Lichteinfall das Blau zu verschwinden und etwas vom eigentlichen Rot freizugeben. Der Effekt ist in Natura noch deutlicher zu erkennen, als auf dem Video, aber auch hier eben noch deutlich genug.

Blue Grass Guppy mit roten Reflexionen in der Caudale

Ich habe das Video einmal angehalten um den Effekt als Bild sichtbar zu machen.

Blue Grass Guppy mit roten Reflexionen in der Caudale
Blue Grass Guppy mit roten Reflexionen in der Caudale

Hier wird es nun deutlich sichtbar. Unter Tageslicht kann man den Effekt nur erahnen, richtig deutlich wird er erst unter Kunstlicht und dann ist es eine Frage des Lichteinfalls auf die Schwanzflosse.

Vielleicht hat jemand eine Erklärung dafür, beziehungsweise einen ähnlichen Effekt schon einmal bemerkt? Mir ist es das erste Mal aufgefallen.

Blue Grass finden neues Zuhause

Heute habe ich wieder einen Versand vorbereitet. Die Tiere treten morgen ihre Reise an und treffen dann am Freitag per Tierversand beim Empfänger ein.

Die Blue Grass in der Versandbox

Bei den aktuellen Temperaturen empfiehlt es sich weiterhin noch ein Heatpack beizulegen, dass war letztes Jahr um diese Zeit definitiv nicht nötig.

Hier ein Blue Grass Männchen im Versandbeutel

Wichtig ist, um das Versandwasser nicht durch anfallenden Kot zu belasten, dass die Guppy mindestens ein Tag vorher nichts mehr zu fressen bekommen. Im folgenden Video noch ein Blick in das Becken aus dem die Tiere stammen. Dies ist meine Linie III der Blue Grass, welche immer öfter wieder einen guten Heteromorpha-Balken auf dem Körper zeigt.

Blue Grass der Linie III