Neue Rubrik Deckfarben – Artikel Gary Lee

Gary Lee (Taiwan) hat einen wunderbaren Artikel zu seiner Einführung der Deckfarbe Silverado aus dem Endler-Guppy-Universum hinein in Bereich der Hochzucht-Guppys verfasst. Diesen Artikel hat er mit über 100 Fotos unterlegt, viele davon ein wahrer Augenschmaus. Da dieser Artikel in Englisch verfasst ist, habe ich ihn für alle eher dem Deutschen zugeneigten Interessierten übersetzt. Mit dieser Seite starte ich auch den Bereich Deckfarben des Guppy.

Aktuelles Zuchtmännchen

Dieses Männchen ist eins meiner aktuellen Zuchtmännchen von meinem Guppy-Hochzucht-Stamm Gold Platinum Japan Blau mit rotem Mosaik. Das Bild zeigt ein Männchen im Alter von ca. 6 Monaten der Generation F3. Es ist mir beim Saubermachen ins Auge gefallen und ich habe gerade fasziniert 5 Minuten zugesehen, wie es seine Bahnen gezogen hat. Mehr zum Stamm findet der geneigte Leser in folgenden Beiträgen: Deckfarbe Platinum Japan Blau.

Männchen des Stammes Gold Platinum Japan Blau Rotes Mosaik
Männchen des Stammes Gold Platinum Japan Blau Rotes Mosaik

Bild von Halbschwarz Weiß

Da ich gerade die Zuchtmännchen meiner zweiten Linie Halbschwarz Weiß ausgewählt habe. Hier ein Bild welches dabei entstanden ist. Das Bild zeigt ein Männchen im Alter von 4 Monaten. Dieser Stamm hat einige Herausforderungen, so sind die Flossenränder zu beachten, da diese eventuell immer durchsichtiger werden und der Körper darf nicht zu viele weiße Schuppen aufweisen, damit der Kontrast bewahrt bleibt. Nicht immer einfach…

Guppy Männchen Halbschwarz Weiß im Alter von 4 Monaten

Video für virtuelle Ausstellung

Hier ein Video, welches ich für die Video-Ausstellung des polnischen Verein MOL eingesandt habe. Gezeigt werden drei Männchen mit den Deckfarben Japan Blau Rot der Grundfarbe Blond im Alter von 8 Monaten. Das Trio hat 81 Punkte bekommen und belegte damit Platz 14.

Blond Japan Blau Rot – F3

Wie die Zeit vergeht… In meinem Beitrag vom 14.07.2019 berichtete ich über meine Mitbringsel der Ausstellung in Schiphorst 2019. Dabei waren auch die Blond Japan Blau Rot Guppys von Andrea Brenneisen. Seitdem habe ich nur am 31.03.2020 und am 18.05.2020 mit der Ergänzung der Grundfarbe Blond Bezug auf diesen schönen Stamm genommen. Zeit das einmal zu ändern, denn der Stamm entwickelt sich weiter, wenn auch mit Höhen und Tiefen.

Aktueller Stand

Mittlerweile pflege ich diesen Stamm in sechs Becken und plane ihn wie im Artikel Neues Kreuzungsexperiment beschrieben als Einkreuzung zu nutzen. In den Nachzuchtbecken schwimmt bereits die F5 – F6 (die F4 entsprach qualitativ nicht meinen hohen Ansprüchen an diesen Stamm und musste ich leider komplett ausselektieren) während die F3 weiterhin als Zuchtgruppe fungiert. Aus dieser Zuchtgruppe stammen nun die folgenden Aufnahmen. Die aktuell acht Monate alten Männchen haben immer noch eine tolle Form und sind sehr schwimm- und paarungsfreudig, so dass ich regelmäßig Nachwuchs erwarten kann.

Guppy Männchen Grundfarbe Blond Deckfarben Japan Blau und Rot der F3 im Alter von 8 Monaten
Guppy Männchen Blond Japan Blau Rot der F3 im Alter von 8 Monaten
Wie geht es Weiter

Ich versuche den Stamm weiterhin qualitativ zu stabilisieren, da die Schwanzflossen dazu neigen eher konvex zu werden. Dies war auch bei den relativ wenigen Tieren der F4 der Fall. Die drei aktuellen Zuchtmännchen erfüllen aber diesen Anspruch. Weiterhin gilt es die gute Rückenflossenform zu halten und das Japan Blau von roten Verunreinigungen nahe des Schwanzstiels zu befreien. Da in einigen Würfen viele Männchen einen gute Form haben, mache ich hier des Öfteren Fotos, um ganz genau zu vergleichen. Das hilft insbesondere bei den roten Verunreinigungen. Denn hier ist nur langsam ein Fortschritt möglich. Bei der Videoausstellung des polnischen Guppy-Verein MOL habe ich auch ein Trio von diesem Stamm eingesandt. Dieser Stamm eignet sich sicherlich auch in der Zukunft für Trio-Ausstellungen, da er eine hohe Homogenität im Äußeren bietet.

Guppy Männchen der Generation F3
Guppy Männchen der Generation F3

Update Projekt Lutino

Am 31.03.2020 berichtete ich in einem Beitrag von meinem Projekt Lutino Platinum Japan Blau Rot. Mittlerweile bin ich einen Schritt weiter und der nächsten Ansatz ist gestartet. So bietet sich hier eine Gelegenheit für einen Zwischenstand. Das Projekt selbst braucht sicherlich noch einigen Generationen bis der endgültige Stamm vollständig genetisch abgeschlossen ist. Es ist eben langer Atem erforderlich, aber ich denke das Resultat ist durchaus vielversprechend. Denn auf der Grundfarbe Lutino wirkt das Platinum am Kopfbereich sehr intensiv gelb, das Japan Blau eher silbrig und das Rot sollte in Richtung Orange tendieren. Insbesondere die Körperfarbgebung wird übrigens schon in der nächsten Generation sichtbar.

Das Projekt Lutino im Ansatz zur F2
Platinum Japan Blau - F1 des Projekt Lutino

Im oben erwähnten Beitrag aus 03/2020 habe ich das Projekt Lutino vom Grundkonzept vorgestellt. Heute im Update geht es um die Filialgeneration 1 (F1) und den Ausblick zur F2. Die eigentlich wichtigen Resultate der F1-Generation stellen die Männchen dar.

Diese sind zu 50% Lutino (von den Müttern), aber vom Phänotyp Grau aufgrund der Dominanz von wildgrau. Sie haben jedoch bereits das Platinum Japan Blau vom Vater auf dem Körper. In diesem Zwischenschritt sind die Flossen noch (vom X der Mütter) mit dem Grass-Muster gezeichnet. In der F2 wird nun wichtig, dass Lutino Männchen fallen, diese können dann mit auf Lutino mischerbigen Weibchen oder reinerbigen Lutino-Weibchen des Original Lutino Red Grass Stamm weiter zur F3 verpaart werden. Der Plan ist diesen alten reinen Lutino Red Grass Stamm dann nach und nach durch diese neue Kombination zu ersetzen.

Mit der F2 geht es in den nächsten Schritt

Parallel kann mit den Lutino-Männchen der F2 auch schon der nächste endscheidende Schritt gestartet werden. Die Verpaarung eines solchen Männchens mit einem Weibchen meines Blond Japan Blau Roten Stammes. So sind in der F3 dann hier bereits Männchen zu erwarten, welche dem Endresultat entsprechen, jedoch in wildgrau. Die blonden Weibchen vererben dabei über das X-Chromosom die rote Flossenfarbe, das Lutino-Männchen der F2 bringt das Platinum Japan Blau ein.

Projekt Lutino
Kreuzungsschema-Lutino-Platinum-Japan-Blau-Rot-Teil-1
Ein langer Weg – Bis hin zur F6

Wer denkt nun ist der Lutino-Übergang schnell da, der irrt. Die Weibchen der F3 tragen nämlich X-Rot / X-Grass in sich. Beim Verpaaren der Geschwister der F3 entstehen mit ca. 25% nur recht wenige Lutino-Nachkommen. Da ist es sinnvoller mit einem Lutino Platinum Japan Blau Red Grass Männchen des nun modifizierten Original Stammes weiter zu machen. In der F4 entstehen dann immerhin 50% Lutino-Nachkommen und 50% der Männchen haben die rote Beflossung. Diese Lutino-Männchen mit roten Flossen sind das Endresultat, jedoch benötigen wir noch die Generation F5 und F6, um die Weibchen und damit den Stamm in seiner genetischen Finalform zu erhalten. In der F4 werden die Endresultat-Männchen erneut mit den Original Blond Roten Weibchen verpaart und das gleiche noch einmal mit den Weibchen der entstehenden F5-Weibchen.

Lutino Weibchen - hier wunderbar die weinroten Augen zu erkennen
Lutino Weibchen – hier wunderbar die weinroten Augen zu erkennen

Warum ist das wichtig ? Die Weibchen der F4 sind zwar zu 50% Lutino, aber tragen auch einmal X-Rot und einmal X-Grass oder gleich zweimal ein X-Grass-Chromosom. Damit kann nicht wirklich sinnvoll weiter gemacht werden. Es ist also notwendig ein weiteres Mal auf die Blond Roten Weibchen zurückzugreifen.

Kreuzungsschema-Lutino-Platinum-Japan-Blau-Rot-Teil-2

Guppy Video-Wettbewerb

So, nach einer längeren Pause melde ich mich wieder mit einem Beitrag. Die lange Pause ist dem Umbau meiner Anlage geschuldet und der nimmt mich derzeit ordentlich in Beschlag. Natürlich fotografiere ich möglichst viel und versuche die neusten Entwicklungen in meiner Anlage dann wieder öfter hier im Blog niederzuschreiben. Heute geht es mir um eine Idee aus England, auf die ich kurzfristig noch aufmerksam machen möchte. Der hier ansässige Guppyclub Guppy Keepers Society (UK) (GKS) hat ja bereits in 2020 einen Fotowettbewerb veranstaltet. Und so für eine schöne Abwechslung im tristen Corona-Guppy-Jahr gesorgt. Dieses Wochenende startet ein nun mit einem Video-Wettbewerb ein Fotowettbewerb 2.0.

Vorteile des Videoformats

Auf der offenen Facebook-Seite des Vereins ist der Video-Wettbewerb beschrieben. Im Gegensatz zur Momentaufnahme eines Fotos, bietet ein kurzes Video – hier maximal 30 Sekunden – einen besseren Blick auf das Ausstellungspärchen. Die Fische zeigen Bewegungen und es ist nicht ein perfekter Moment notwendig, um einen Eindruck von den Ausstellungstieren zu bekommen. Es werden dabei nur Pärchen bewertet und gelten als Bewertungsmaßstab die Kriterien des IKGH. Um eine Größe der Ausstellungstiere im Video erkennen zu können, ist hinter dem Video-Becken ein Bandmaßstab / Lineal zu hinterlegen. Jeder Züchter bekommt im Vorfeld für seine Videoanfertigung eine Züchternummer zugewiesen, so ist gleich sichergestellt, dass es sich um ein neues Video handelt und für die Bewertung ist die Anonymität gegeben. Die Video-Richter sind gute Bekannte aus der „Guppyszene“.

GKS Guppy Video-Wettbewerb
GKS Guppy Video-Ausstellung
Weitere Gedanken zur Veranstaltung

Natürlich kann und soll eine solche Online-Ausstellung nicht eine Präsenzveranstaltung vollständig ersetzen. Dennoch finde ich den Ansatz für die aktuell schwierigen Zeiten sehr interessant. Ermöglicht es doch den Züchtern ihre für 2020 gezüchteten Guppys zumindest zu zeigen. Ein Austausch sowohl von Guppys, als auch die persönlichen Gespräche im Rahmen einer Ausstellung kann das Format leider nicht bieten.

Ich werde im Nachgang sehen, dass ich zumindest meine Videos hier veröffentliche und über die Sieger berichten.

Umstellung auf Mattenfilter

Projekt automatischer Wasserwechsel – Teil 1

Während des diesjährigen Sommers und der aufgrund von Corona ausgefallenen Ausstellungssaison war Zeit, um über eine Verbesserung meiner Zuchtanlage zu sinnieren. Mit der erreichten Anzahl von 40 Becken ist der Wunsch nach einem einem automatisierten Wasserwechsel immer stärker vorhanden. Die gewonnene Zeit könnte gut in eine bessere Selektion, Pflanzen- und Beckenpflege und gegebenenfalls noch mehr Becken investiert werden.

Um das zu realisieren sind jedoch erhebliche Änderungen in der aktuellen Anlage nötig. Der erste Schritt ist eine Verbesserung der vorhandenen Filter in den Becken. So setze ich ja in jedem Becken einen eigenen Schwammfilter ein. Dazu kommen Modelle von Dennerle und Aquael zum Einsatz. Bei 40 Becken sind in der Woche ca. 0,5 – 1 Stunde für die Pflege dieser Filter zu veranschlagen. Lufthebemattenfilter kommen für mich aufgrund des Standortes meiner Anlage im Büro nicht in Frage. Denn der damit benötigte Kompressor ist mir zu laut, auch das Plätschern des Luftwassergemisches stört deutlich. In der Tat ist meine aktuelle Anlage kaum zu vernehmen, so hätte ich es gerne auch weiterhin. Aber ein Mattenfilter hat wiederum die hohen Standzeiten und das möchte ich ja wie gerade geschildert auch haben.

Der Prototyp mit Mattenfilter

Bei einem Besuch bei Vereinskollege Torsten Rickert (CAGD) konnte ich in dessen Anlage die sehr standfesten Mattenfilter begutachten. Er betreibt seine Anlage jedoch mit besagten Lufthebern. Als Alternative kam in unseren Gesprächen die Idee kleine stromsparsame Pumpen in jedem Becken einzusetzen. Diese Pumpen übernehmen die gleiche Funktion wie die Luftheber, saugen das Wasser hinter den Matten an und fördern es über einen Schlauch wieder zurück auf die andere Seite der Filtermatte.

Als erstes habe ich die vorhandenen Ideen bei zwei 25-Liter-Becken umgesetzt und diese befinden sich nun im Testbetrieb. In die Becken klebe ich auf dem Boden ein L-Profil aus PVC, dies wird mit Aquariensilikon so eingeklebt, dass eine Wasserstandhöhe (inkl. Bodengrund) von ungefähr 4 cm gewährleistet ist. So kann das Becken ausgesaugt werden hinter der Matte und die Guppys können dennoch im Becken noch schwimmen. Das Becken ist dann transportfähig, ohne das die Tiere auf dem Trockenen liegen. Ist das nicht gewünscht kann einfach vor der Matte abgesaugt werden.

An den Seitenscheiben klebe ich wiederum 4 Winkelprofile mit 2,5 cm ein, so dass die 5cm dicke Filtermatte mit 20 ppm perfekt dazwischen hält. Die kleine 5 Volt Pumpe wird hinter dem Mattenfilter installiert und mit einem Silikonschlauch verbunden, welcher das angesaugte Wasser durch die Matte zurück in den vorderen Beckenbereich führt.

Wenn schon, denn schon

So ist Becken für Becken herauszuholen, leerzumachen und umzurüsten. Tja, und wenn ich die Becken schon einmal in der Hand und leer habe, dann bieten sich noch weitere Schritte an. So kriegt jedes Becken noch eine neue Silikonverklebung und ich installiere schon einen Überlauf, den ich nachher für den automatisierten Wasserwechsel benötige. Dazu jedoch in einem der nächsten Beiträge mehr.