Neue Kamera Canon EOS 250D

So schön die Bilder meiner Kompaktkamera Sony Lumix auch waren, so war es auch immer eine Herausforderung ein scharfes Bild zu bekommen. Dies liegt primär an dem langsamen und nicht immer sehr treffsicheren Autofokus. Zugegeben ist die Aquarien-/Fischfotographie auch nicht die einfachste Disziplin für eine Kamera und dann das ganze auch noch beim bewegungsfreudigen Guppy.

Umso mehr freue ich mich über meine neue Kamera, welche mir zu meinem Geburtstag geschenkt wurde. Die Canon EOS 250D bietet einen sehr schnellen Autofokus und schon bei den ersten Aufnahmen gelangen ein paar schöne Bilder. Im Weiteren können Full-HD und sogar 4K-Videos gemacht werden. Wobei insbesondere bei den Full-HD-Videos auch wieder der schnelle Autofokus große Vorteile gegenüber den alten Kameras bieten soll. Dies muss ich jedoch noch austesten. An der Spiegelreflexkamera ist es möglich andere Objektive anzubringen. Dieser Punkt bringt auch das eigentliche Highlight mit sich.

Das Makro-Objektiv

Zu der Kamera bekam ich jedoch noch das eigentliche Highlight – ein Makro-Objektiv von Canon mit 35mm Festbrennweite und einer lichtstarken Blende von f2.8. Da macht das Fotographieren eines Guppys gleich richtig Spaß. Der Autofokus liefert eine sehr hohe Trefferquote und mit der Einstellung Spot bei der Belichtungsmethode gelingen auch sofort sehr gut belichtete Bilder. Folgende Einstellungen nutze ich aktuell: Belichtungsmessmethode (wie gerade geschrieben) Spot, Autofokus Mitte, Blende Auto, ISO Auto und Belichtungsdauer fest auf 1/160, um die Bewegung des Guppys sicher „einzufrieren“.

Vorteil für die Zucht

So ist es mir nun möglich von meinem Zuchtstämmen schnell gute Bilder aufzunehmen, um einen Vergleich zu den vorherigen Generationen zu haben und die besten Tiere auszuwählen. Diese kann ich auf einem Foto noch besser erkennen. Hier sind Fehler und Schwachstellen noch besser als mit bloßem Auge sichtbar. Gerade bei sehr stark durchgezüchteten Stämmen sind die Details zur weiteren Zucht entscheidend. Klingt sicherlich ein wenig übertrieben, geht aber aufgrund der neuen Kamera richtig gut. Und immer dran denken: Ein Hobby ist es ja erst, wenn man es übertreibt!

Neue Kamera - Bild von Blond Japan Blau Rot
Neue Kamera – Bild von Blond Japan Blau Rot

Bakterienunverträglichkeit

Da zur Zeit eine aktuell nicht heilbare Krankheit omnipäsent in Funk und Fernsehen ist, möchte ich in diesem Beitrag meine Lösung zum Thema Bakterienunverträglichkeit bei Guppys vorstellen.

Was ist Bakterienunverträglichkeit ?

Alle Aquarien beinhalten einen eigenen Bakterienmix. Bakterien haben unterschiedlichste Funktionen, wie z.B. bei der Umwandlungskette von Ammonium zu Nitrat. Jeder Fisch trägt dabei selbst auch eine Unzahl an Bakterien in sich. Das Immunsystem passt sich an alle diese Bakterien an, entwickelt entsprechende Antikörper und der jeweilige Fisch bleibt gesund. Die Fische die in einem Aquarium groß werden haben sich dabei langsam an diesen Bakterienmix gewöhnt oder von Ihren Eltern schon einige Abwehrkörper mitbekommen. Wenn der Züchter nun aber Fische von Becken A nach Becken B versetzt und die Fische oder Stämme aus sehr unterschiedlichen Quellen stammen, dann kann es vorkommen, dass nach ein bis zwei Tagen beginnend mit Flossenklemmen das große Sterben losgeht. Dabei sind wahlweise alle Fische, nur die Neuankömmlinge oder sogar nur die Alttiere des Beckens betroffen. Alle drei Varianten habe ich bereits selbst erlebt. Ohne Behandlung sind bei mir in der Regel fast alle betroffenen Tiere verendet.

Generell kann also bei einem schnellen Auftreten von Flossenklemmen, wenn die restlichen Wasserwerte in Ordnung sind, von einer Bakterienunverträglichkeit ausgegangen werden. Ich stellte dabei in der Regel bereits nach 1 – 3 Tagen Flossenklemmen fest. Da Bakterien sich extrem schnell vermehren oder bereits in hoher Zahl im Becken vorhanden sind, überfordern sie das Immunsystem des jeweils nicht darauf konditionierten Fisches. Bei meinen Triangel-Guppys erkenne ich dies wie bereits geschrieben sehr schnell am Flossenklemmen.

Was hilft gegen die Unverträglichkeitsreaktionen ?

Aufgrund meiner Züchtertätigkeit habe ich aus sehr unterschiedlichen Quellen Stämme erhalten und daher öfter mit diesem Problem zu kämpfen gehabt. Ausprobiert habe ich vieles, so zum Beispiel Salzzugabe, täglicher Wasserwechsel zu 80%, UVC-Klärer und so weiter. Keine Maßnahmen hat jedoch 100%ig geholfen und teilweise sind sie für mich als Züchter auch schwer darzustellen. Mein derzeitiges Vorgehen beim Zusammensetzen von unterschiedlichen Stämmen ist wie folgt. Um die Bakterienanzahl für den Neubesatz so gering wie möglich zu halten, wechsele ich vor dem Umsetzen im Zielaquarium ca. 80% des Wassers. In den nächsten drei Tagen beobachte ich ganz genau, ob Flossenklemmen oder a-typisches Verhalten zu erkennen ist.

Vorgehen bei Anzeichen von Bakterienunverträglichkeit
Hilfe bei Bakterienunverträglichkeit

Im Problemfall habe ich sehr positive Erfahrungen mit Ektol bac Plus 250 von JBL gemacht. Die letzten Problemfälle sind alle zu 100% auskuriert worden. Dabei ist meines Erachtens wichtig, sofort bei Unverträglichkeitsanzeichen zu reagieren. Daher ist besonders wichtig in den ersten drei Tagen das Zielbecken aufmerksam im Blick zu haben.

Ein Hinweis noch: Ektol bac färbt sehr stark, daher empfehle ich die Unterlage beim Abmessen und Umfüllen sorgsam zu wählen.

Modifikationen in der Herdenzucht II

Teil 2

Die neuesten Modifikationen in der Herdenzucht habe ich in meinem letzten Beitrag vorgestellt. Nun beleuchte ich Vor- und Nachteile dieser Änderungen. Dabei geht es mir hierbei nicht um die Vollständigkeit, sondern darum die wesentlichen Punkte herauszustellen.

Mehr Nachkommen

Ein festzustellender Vorteil ergab sich durch die 3 Becken Strategie erst bei der Anwendung. Dabei hatte ich diesen Effekt nicht wirklich auf dem Planzettel. Das nun im Durchschnitt gestiegene Alter der Weibchen sorgt gerade bei meinen eher mit geringen Wurfgrößen „gesegneten“ Blue Grass für insgesamt mehr Nachkommen.

Bessere Auswahl

Wie im ersten Beitragsteil beschrieben erhöht sich sowohl bei den Männchen als auch bei den Weibchen die Selektionsmöglichkeit. Dies war denn auch der geplante Teil der Änderungen. Zeitgleich existieren von jedem Stamm immer „vorzeigbare“ Tiere. Dies ist durchaus ein Plus für die Besucher meiner Anlage. Im alten Konzept war das nicht so gegeben.

Tiere zur ABgabe durch Zwischenwürfe

Durch den Aufzuchtsrhythmus von zwei Monaten sind auch bequem Zwischenwürfe möglich. Mit diesen Zwischenwürfen können Tiere zur Abgabe oder für Ausstellungen gezüchtet werden. Damit steigern sich die Möglichkeiten für weitere Nutzungsoptionen der eigenen Zucht.

Mehr Becken

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Modifikationen machten für mich erst Sinn mit mehr Becken, denn pro Linie benötige ich nun mehr Becken. Auf einem vierbodigen Schwerlastregal (mit bis zu vier Becken pro Boden) lassen sich so aber gut vier Stämme pflegen.

Mehr Arbeit durch Herausfangen

Ein weiterer Punkt ist die Mehrarbeit, die durch das Rausfangen des Nachwuchses entstanden ist. Ohne die Modifikationen habe ich nur die Elterntiere rausgefangen. Nun sind aus dem Zuchtbecken die Jungtiere herauszufangen und in eines der beiden Aufzuchtbecken zu überführen. Dies erfordert mehr Zeit und Aufwand gegenüber der alten Variante.

Fazit

Insgesamt bringen die Modifikationen mehr Vor- als Nachteile. Zwar pflege ich nun weniger Stämme, aber dieser Punkt ist aufgrund meiner Ausrichtung hin zu Ausstellungszucht für mich gut akzeptabel. Die alte Variante nutze ich jedoch noch bei einigen Stämmen, um den Genpool zu erhalten.

Modifikationen in der Herdenzucht

Teil 1

Meine aktuell stärkere Konzentration hin zur Ausstellungszucht macht einige Modifikationen bei der Anwendung der Herdenzucht nötig. Eine höhere Beckenanzahl bei gleichzeitiger Konsolidierung der Anzahl meiner Zuchtstämme begünstigt dabei eine modifizierte Vorgehensweisen.

Aktuelles Herdenzuchtkonzept

Das bisher beschriebene Konzept der Herdenzucht hat für die konsequente Verbesserung einer Linie durchaus Nachteile. Dies kristallisierte sich durch meine zunehmende Fokussierung auf die Ausstellungszucht und zahlreiche leider nicht darstellbaren Anfragen nach Abgabe von Tieren heraus.

Auswahl der Zuchttiere

Dabei ist die Achillesferse für die Ausstellungszucht, dass die Tiere primär im Alter von ca. 4-6 Monaten für die Zucht ausgesucht werden. Auch wenn ich die Linie sehr gut kenne, sind dabei einige Faktoren nicht gut vorauszusehen gewesen. So entwickeln einige Männchen im späteren Alter aus einem sehr guten Triangel eine konvexe Form, da die mittleren Flossenstrahlen der Caudale weiter wachsen. Dies ist erst im späteren Alter zu erkennen. Die Ausstellungstiere haben beim Triangel bei mir in der Regel ein Alter von 6 – 8 Monaten. Es ist somit wichtig Männchen in der Zucht anzusetzen, welche auch im höheren Alter einen guten Triangel behalten.

Anders wiederum ist es beispielsweise bei meinem Halbschwarz Weißen Stamm so, dass im höheren Alter einige Tiere einen durchsichtigen leichten roten Flossensaum oder leichte Fehlfarben in der Caudale entwickelt haben. Andere zeigen kaum durchsichtige Flossenränder. Diese Männchen sind natürlich zu bevorzugen. Die bisherige Anwendung der Herdenzucht scheint die beschriebene Fehlentwicklung leider begünstigt zu haben.

Tiere zur Abgabe

Bei der bisherigen Anwendung der Herdenzucht stehen nur in einem eher engen Zeitfenster genügend Tiere für eine möglich Abgabe zur Verfügung. Das schränkt die Möglichkeiten doch recht stark ein und ist auch ein Grund weshalb ich Modifikationen vornehmen wollte. Die bisherige Strategie bietet sich jedoch immer noch an, wenn mit wenig Beckenaufwand ein Gen erhalten werden soll und die Flossenform nicht im Hauptfokus liegt.

Die Modifikationen im Detail

Ich bin nun dazu übergegangen für jede Linie drei Becken zu nutzen. Dabei ist im größten Becken die Zuchtgruppe untergebracht, die in der Regel aus bis zu 8 Weibchen und maximal die gleiche Anzahl Männchen der vorhandenen Weibchen besteht. Diese Zuchtgruppe lasse ich im Laichkorb alle 2 Monate werfen und gebe den Nachwuchs in eins von zwei Nachzuchtbecken. Nach 4 Monaten suche ich die bis dahin besten Tiere für die Verstärkung der Zuchtgruppe aus dem älteren Ansatz dieser Nachzuchtbecken aus. Der nicht genutzte Rest dieses Nachzuchtbeckens wird ausselektiert. Das nunmehr freie Becken erhält den neuen Nachwuchs der Zuchtgruppe.

Die Vor- und Nachteile der Modifikationen werde ich im nächsten Beitrag beleuchten.

Deckfarbe Platinum Japan Blau

Heute möchte ich die faszinierende Deckfarbe Platinum Japan Blau näher vorstellen. Eine Deckfarbe, die eine äußerst spannende Genetik aufweist. Dieser Farbschlag ist eine Kombination aus Metallic (bzw. in Japan Platinum) und Japan Blau (bzw. Aquamarin in Japan). Zuerst möchte ich dabei die einzelnen genetischen Merkmale beleuchten und dann auf die Kombination eingehen.

Platinum bzw. Metallic

Das Platinum ist eine gelblich / grünliche Farbe die den Vorderkörper bis zum Rückenflossenansatz bedeckt. Nach Gernot Kaden (Guppys – Farben, Formen, Fantasien 2018) traten die ersten Guppys dieser Deckfarbe 1986 bei einem österreichischen Züchter auf. Das Gen sitzt auf dem Y-Chromosom und bewirkt interessanterweise mit einem X-Filigran das Galaxy-Muster. Ich verwende lieber die Bezeichnung Platinum als Metallic, da hier meines Erachtens weniger Verwechslungen mit anderen Farbschlägen hinsichtlich der Bezeichnung möglich sind.

Platinum auf Grundfarbe Gold
Platinum auf Grundfarbe Gold
Japan Blau

Japan Blau ist eine eher junge Deckfarbe und fasziniert mit einem metallischen Blau auf dem Körper vom Ansatz der Rückenflosse bis zur Schwanzflosse. Das Japan Blau ist in der Regel auf dem Y-Chromosom lokalisiert, jedoch gibt es auch Stämme die es auf dem X-Chromosom tragen. Nach Gernot Kaden (Guppys – Farben, Formen, Fantasien 2018) und einigen Internetquellen wurden Wildguppys mit Japan Blau 1987 in einem Fluss der japanischen Präfektur Kanagawa gefangen und 1994 dem Fachpublikum vorgestellt.

Japan Blau auf Grundfarbe Blau
Japan Blau auf Grundfarbe Blau
Die Kombination von Platinum Japan Blau

Die Deckfarbenkombination Platinum Japan Blau wird über das Y-Chromosom vererbt. Das heißt, bei meinem Stamm vererbt der Vater auf den Sohn beide Merkmale. Wie ist dies möglich, da eigentlich beide Merkmale getrennt auf verschiedenen Männchen (Stämmen) vorhanden waren? Laut Claus Osche hat der Japaner Taketoshi Sue diese Kombination geschaffen.

Nun ist ja mittels Crossover (mehr dazu hier) bei einigen Stämmen das Japan Blau bereits auf das X-Chromosom gelangt. Vermutlich wurde dieses Japan Blau in weiteren Kreuzungsexperimenten durch erneuten Crossover zurück auf das Y-Chromosom gebracht. Bei diesem Stamm war aber auch das Platinum bereits auf dem Y-Chromosom. So ist es gelungen das eigentlich Unkombinierbare zu kombinieren.

Platinum und Japan Blau auf dem Y-Chromosom
Platinum und Japan Blau auf dem Y-Chromosom
mehr Möglichkeiten durch das X-Chromosom

Wenn schon zwei Farben auf dem Y-Chromosom stecken, dann geht es durch das X-Chromosom noch bunter. Bei meinem Stamm ist das rote Mosaik über das X-Chromosom hinzugefügt worden, so dass ein Männchen auf dem Körper vorne Platinum, hinten Japan Blau und auf den Flossen rotes Mosaik hat. Tobias Bernsee hat das Ganze dann noch auf die Grundfarbe Gold gebracht. Ich selbst plane nun meine Leopard Guppys einzukreuzen. Diese vererben über das X-Chromosom eine gelbe Flosse mit schwarzen Punkten. Damit steht mein neuestes Kreuzungsprojekt, welches ich voraussichtlich schon im Herbst beginne.

Guppy Grundfarbe Gold Platinum Japan Blau Rotes Mosaik
Guppy Grundfarbe Gold Platinum Japan Blau Rotes Mosaik
Quellen

Gernot Kaden – Buch Guppys – Farben, Formen, Fantasien 2018

http://www.guppyseite.de/index.php?content=japanblue

http://www.gkr-forum.de/t2338f168-Japan-Blue.html