Guppy Yellow Grass

Da ich bereits Red Grass und Blue Grass züchte, interessiere ich mich nun für den dritten Grass Stamm Yellow Grass. Dieser weist schwarze Flecken auf einer gelbe Flossenfärbung auf. In einem Gespräch mit Claus Osche fragte ich ihn, ob er einen solchen Stamm habe oder jemanden kennen würde, der einen solchen hätte. Claus erklärte mir, dass Yellow Grass selbst in Japan selten geworden und aus Leopard Guppys zu züchten sei. Zu meinem Glück hat Claus einen Leopard Stamm in seinem Besitz und war so freundlich mir diesen zur Verfügung zu stellen. Der Stamm stammt aus Japan und ist sehr lange in Inzucht gezogen worden. Die Tiere sind daher mittlerweile von recht kleiner Körpergröße.

Weibchen Yellow Grass (Leopard)
Weibchen Yellow Grass (Leopard)
Hintergründe zum Yellow Grass Guppy und Leopard Guppy

Im Buch „Guppies – Fancy Strains and how to produce them“ von Noboru Iwasaki ist auf Seite 54 ein kurzer Absatz zum Leopard Guppy. Dieser wurde in Japan 1969 aus Deutschland eingeführt und weist eine Leopardenzeichnung auf der Schwanzflosse auf gelben Grund auf. Die Rückenflosse ist eher spärlich gefärbt und der Körper eher blass. Aber bereits Iwasaki merkte weiter an, dass die er keine hochwertigen Fische (hinsichtlich der Körper- und Flossenform) diesen Farbschlages gesehen hätte. Im Buch finden sich denn auch nur mit Leopard Grass bezeichnete Bilder. Aus den Bildtexten geht hervor, dass es sich um Kreuzungen mit Grass Guppys handeln muss. Weiter heißt es auf Seite 53, dass der Yellow Grass Guppy eine Kreuzung von Grass Guppys und Leopard Guppys ist. Wobei die Unterschiede zum reinen Leopard Guppy nicht eindeutig zu erkennen wären. Gute Bilder zum Thema Yellow Grass habe ich unter https://guppiesonli.wordpress.com/2007/01/23/yellow-grass/ gefunden.

Das Vorgehen bei den Kreuzungen

Da der Stamm laut Claus sehr lange in Inzucht gezüchtet wurde, die Körpergröße recht klein ist und insbesondere die Rückenflosse sehr weit vom Standard entfernt ist, plane ich daher eine Kreuzung mit meinen Red Grass Guppys. Das Leopard-Gen befindet sich dabei auf dem X-Chromosom, so dass ich Leopard Weibchen mit meinen Red Grass Männchen verpaaren möchte. Sowohl das Ergebnis von F1 und F2 erwarte ich mit einer gewissen Spannung und werde weiter berichten unter „Guppy Yellow Grass„.

Männchen Gelbes Grass (Leopard)
Männchen Gelbes Grass (Leopard)

Lutino Red Grass

Im Rahmen meines Projektes Rückenflosse bei Grass Guppys habe ich auch Lutino Red Grass Guppy in der F2 erwarten können und diese sind denn auch gefallen.

Die Lutino haben sich gut entwickelt und so möchte ich diesen Stamm einmal hier vorstellen. Ich freue mich dabei besonders über die gelungene Rückenflossenform, welche sich in der nunmehr hier gezeigten F2 weiterhin gut fortgesetzt hat.

Rückenflosse
Rückenflosse

Die Form entspricht nicht mehr dem asiatischen sondern deutlich dem europäischen Standard. Dabei sind die Tiere derzeit in einem Alter von drei Monaten. Es ist also noch eine weitere Verbesserung bei der Länge der Beflossung zu erwarten.

Nicht einmal ein Viertel des Nachwuchs aus der F1-Generation waren Lutino. Somit besteht die Zuchtgruppe F2 derzeit aus lediglich vier Weibchen und zwei Männchen.

Guppy Männchen aus der F1 (grau)
Guppy Männchen aus der F1 (grau)

Die Weibchen Lutino Red Grass

An den Weibchen kann die Grundfarbe Lutino sehr gut erkannt werden. Eine weitere Farbe ist nicht festzustellen. Die Flossenform ist ebenfalls unauffällig. Nun mal sehen, was sich hier noch herausholen lässt.

Guppy Weibchen Lutino Red Grass
Guppy Weibchen Lutino Red Grass

Lutino Red Grass mit durchsichtigen Flossen
Lutino Red Grass mit durchsichtigen Flossen

Die Männchen

Gelungen finde ich für die F2 das Grass-Muster und die Färbung. Das Lutino wandelt das rot in ein schönes Orange, was mir sehr gefällt. Die Dorsale übertrifft meine Erwartungen. Die Caudale ist ein guter Anfang von der Form, wobei über die Länge erst in zwei Monaten abschließend zu urteilen ist. Zu verbessern gilt es in den folgenden Generationen:

  • Körperfärbung
  • Verfeinerung des Grass-Musters
  • Größe der Beflossung
  • Form des Triangel der Schwanzflosse

Guppy Männchen Lutino Red Grass
Guppy Männchen Lutino Red Grass

 

Aquarienfotos

Nach zahlreichen Aquarienfotos und ausprobierten Einstellungen möchte ich heute vorstellen, wie meine Fotos für mein Archiv und diese Homepage entstehen.

Ich mache meine Fotos mit einer Sony Cybershot ohne Blitz. Schönere Bilder  zu erzielen geht meines Erachtens nur mit einer wesentlich teureren Spiegelreflexkamera (idealerweise dann mit Makroobjektiv).

Am Wichtigsten ist es die Einstellungen hinsichtlich ISO-Wert und Verschlusszeit manuell zu wählen. Die Einstellung für die Blende überlasse ich der Kamera.

Damit der Autofokus gut funktioniert und die Beleuchtung ausreichend ist, nutze ich keinen Zoom. Den Autofokus stelle ich dabei auf Mitte und nicht Multi-Spot. Aus diesen Bilder schneide ich mittels Bildbearbeitungsprogramm den fokussierten Fisch heraus und fertig sind die Bilder.

Anfangs habe ich noch manuell gezoomt, aber der Autofokus liefert deutlich öfter schärfere Bilder.

Vorbereitung der Becken für AquarienFotos

Wichtig ist es die Scheiben innen und außen ordentlich gereinigt zu haben. Für vernünftige Bilder ist das ein absolutes Muss. Schlieren auf dem Glas beeinträchtigen die Fokussierung und selbst bei gut getroffenen Fotos letztlich die Bildqualität erheblich. Sind im Wasser durch die Säuberungsaktion viele Schwebstoffe unterwegs, dann ist auch abzuwarten bis das Wasser wieder richtig klar ist. Im Weiteren ist die Devise „Dicht ran ans Glas!“ und in jedem Fall ist auf Spiegelungen des Hintergrundes oder der Kamera selbst im Glas zu achten. Sind diese im Bild sichtbar, dann wirkt dem am besten eine Veränderung des Aufnahmewinkels zum Glas entgegen. Sollte der Autofokus nicht scharf stellen können, weil die Kamera zu dicht am Glas ist, so muss wieder etwas auf Abstand gegangen werden.

Konkrete Einstellungen

Den ISO-Wert setze ich maximal auf 400 (in wenigen Fällen war 800 nötig, da das Licht nicht ausreichte). Der ISO-Wert macht das Bild heller je höher der Wert ist, allerdings geht mit diesen erhöhten Werten ein Bildrauschen einher, welches sich am Ende im ausgeschnitten Bildteilbereich ab der Einstellung 800 schon recht deutlich bemerkbar macht. Bei kleiner oder gleich 400 ist dieser Nachteil jedoch eher unauffällig.

Guppys sind schnell, dies bedeutet, je kürzer die Verschlusszeit, um so besser. Ansonsten ist der Fisch verschwommen auf den Bildern. Hier haben sich Einstellungen kürzer als 1/100s bei mir bewährt. Der Nachteil einer kurzen Verschlusszeit ist wiederum, dass die Kamera die Schärfentiefe runter reguliert, dass heißt auf den gemachten Bildern ist nur eine kleine Ebene richtig scharf.

Die exakte Einstellungen richten sich nach den Beleuchtungsgegebenheiten im Becken. Bei hellen Guppys (z.B. Albino und Lutino) können die Fische stark reflektieren, in diesen Fälle senke ich den ISO-Wert oder die Verschlusszeit.

Geduld und viele Fotos

Zum Abschluss sei gesagt, dass ich für gute Aquarienfotos regelmäßig zehn oder mehr Bilder vorher aussortieren muss. Mal passt der Fokus nicht und mal hat der Guppy eine ungünstige Position.

Aquarienfotos - auf die Einstellungen und Becken-Vorbereitung kommt es an
Aquarienfotos – auf die Einstellungen und Becken-Vorbereitung kommt es an

 

 

Filigran Blue Grass

Im letzten Artikel habe ich mich auf mein Kreuzungsexperiment mit Lutino Filigran Männchen und reinerbigen Blue Grass Weibchen bezogen. Über den Start hatte ich am 20.01.2018 berichtet und ein erstes Bild von einem Jungmännchen im Beitrag vom 06.04.2018 gezeigt. Da gerade die zweite Generation im Ansatz ist, möchte hier über den aktuellen Stand in Sachen Filigran Blue Grass berichten.

Die Elterntiere

An dieser Stelle noch einmal die Bilder der Elterntiere. Das Filigran wird vom Männchen vererbt, welches auch noch American Pink White im genetischen Gepäck auf dem X-Chromosom hatte.

Lutino Weiss Filigran
Lutino Weiss Filigran

Die Weibchen waren reinerbige Tiere der Grundfarbe Blau2 mit Grass-Muster.

Zuchtprojekt Weibchen Grundfarbe Blau
Zuchtprojekt Weibchen Grundfarbe Blau

Die F1 – Filigran Blue Grass (Grundfarbe Grau)

Nun die Filialgeneration 1 (F1) sah so aus wie erwartet und dann doch auch besser als vorgestellt. Hinsichtlich der Muster wurde das Grass-Muster der Weibchen vererbt und das heterozygote Blau2 sorgte dafür, dass kein Rot ausgeprägt wurde. Das Filigran des Männchen füllt wiederum den Körper. Beim Weibchen ist das Grass-Muster und das APW auf der Schwanzflosse deutlich zu sehen. Positiv überrascht war ich aber eindeutig von der tollen Form der Schwanzflosse. War das Männchen noch mit einer eher schmalen Spreizung versehen, glänzte die F1 hier sowohl bei Männchen als auch Weibchen. Die Rückenflosse wird nach meinen Erfahrungen maßgeblich vom Weibchen beeinflusst, was sich bestätigte, denn sie wies im Gegensatz zum Vatertier die asiatische Flossenform auf (Siehe hierzu folgenden Artikel).

 

Filigran Blue Grass Paar
Filigran Blue Grass Paar

Filigran Blue Grass Weibchen
Filigran Blue Grass Weibchen

Die F2 – Der Gen-Cocktail

Die F1 war also ein voller Erfolg, aber die Schwierigkeiten beginnen erst wirklich mit der F2. So einfach also die Genetik bei der F1 war, so spannender wird nun die F2. Warum ?

Nun spalten sich die Merkmale die der F1 vereint und gewünscht waren wieder auf. So sind in der F2 folgende Phänotypen zu erwarten:

Lutinos, Hellblaue, Lutino Weiß (wegen Hellblau), reinerbig Blaue (asiatisch – Blau2), APW-Tiere, Rote Tiere.

All diese Faktoren stecken in den Ausgangstieren. Es heißt also gut zu selektieren, denn am Ende soll es bei den grauen Filigran Blue Grass bleiben. Eine große Nachkommenschaft wäre dabei von Vorteil, aktuell hält sich der Nachwuchs hinsichtlich Quantität jedoch noch in Grenzen.

Ich werde auch die Exoten in einem separaten Becken aufziehen und schauen, ob sich etwas zur weiteren Zucht eignet.

Filigran Blue Grass
Filigran Blue Grass

Neues Schwerlastregal

Um weitere Becken unterzubringen erweitere meine Anlage durch ein neues Schwerlastregal. In diesem Beitrag beschreibe ich die ersten Schritte beim Aufbau und das Ziel der Erweiterung.

Meine Anlage ist mehr als voll und ich habe ja noch drei mögliche Linien aus Schiphorst mitgebracht, somit brauche ich mehr Platz für neue Becken. Da sind sie also wieder die letzten Worte des Guppyzüchters: Mehr Becken…

Neues Schwerlastregal im Detail

Das neue Schwerlastregal ist ungefähr 10 cm tiefer als mein erstes und hat nun mit einer Tiefe von 58,5 cm genug Platz um ein 60 cm Becken in die Tiefe zu drehen. Die letzten fehlenden Zentimeter überbrücke ich durch ein weiteres Brett (Dicke 1,2 cm, Länge 60 cm und Breite 30) unter den Aquarien. Insgesamt bekomme ich so auf eine Ebene maximal zwei 60 cm x 30 cm x 30 cm Becken und zwei 50 cm x 30 cm x 30 cm Becken.

Neues Schwerlastregal erste Ebene aufgebaut
Neues Schwerlastregal erste Ebene aufgebaut

Im Originalzustand hat das Schwerlastregal zwei Streben und Bretter mit einer Dicke von 7 mm und einer Traglast pro Boden von 350 kg. Die Bretter biegen sich dennoch erfahrungsgemäß unter Last immer noch leicht durch. Über die Seite expresszuschnitt.de habe ich mir (wie beim ersten Regal) MDF-Platten mit einer Dicke von 16 mm passgenau bestellt. Nun stehen die Becken auf absolut soliden Untergrund. Alle 60 Liter Becken werde ich auf das neue Regal umziehen.

Bretter im Vergleich
Bretter im Vergleich

Es wird somit Platz auf dem anderen Regal frei und ich gedenke diesen auch gleich zu nutzen.

Auf das alte Regal plane ich je Ebene vier 40 cm x 25 cm x 25 cm Becken, wobei ich die acht alten Dennerle 20 Liter Becken in zwei Ebenen aufstelle. Acht neue Becken hole ich nächste Woche bei aquariumverkauf24.de ab. Hier kosten diese Becken 11,95 Euro. Bleiben noch Filter, Abdeckscheiben, ggf. Halterungen für die Abdeckscheiben, Stromverteilung und eine günstige Beleuchtung zu organisieren.

Ausstattung der neuen kleinen Aquarien

Der Filter

Die günstigste Alternative für einen Filter ist sicherlich ein Lufthebefilter. Allerdings stehen meine Becken im „Büro“ und hier soll es möglichst leise sein. Ich habe für kleine Becken sehr gute Erfahrungen mit dem Nano Eckfilter von Dennerle gemacht. Der Preis mit ca. 14 Euro pro Stück ist meines Erachtens in Ordnung. Der Stromverbrauch beträgt lediglich 2 Watt und ich reinige die Filter in der Regel alle 3 – 4 Wochen.

Beleuchtung

Die Beleuchtung möchte ich über einen LED-Strip unter den jeweiligen darüber liegenden Böden / Platten erreichen. Da ich nur Moose in den Zuchtbecken kultiviere, reichen 15 Lumen je Liter aus. Bei 100 Liter (4 x 25 Liter) benötige ich also 1500 Lumen auf dem Licht-Strip. Hier der Link zu meinem Einkauf.

Weitere Themen folgt dann in den nächsten Wochen:

  • Abdeckscheiben mit ggf. Halterungen
  • Stromverteilung
  • Endgültiger Aufbau neues Schwerlastregal (inkl. Wandverankerung und Lastverteilung zum Boden)
  • Fast fertiges altes Schwerlastregal
  • kleine Kostenrechnung

Regal mit neuem Boden
Regal mit neuem Boden

 

Japan Blue Red Mosaic – Generation 2

Die zweite Generation meiner Japan Blue Red Mosaic Linie ist nun drei Monate alt. Zeit über den aktuellen Stand zu berichten. Wie im Artikel zu meinen neuen Stämmen geschrieben, begeistert mich hier der Rot / Blau-Kontrast dieser Linie, so dass ich beschlossen habe sie weiter zu züchten.

DER VAter der Linie Japan Blue Red Mosaic

Das Ausgangsmännchen ist beim Kreuzungsexperiment von Japan Blau und Blue / Red Grass gefallen.

Guppy Japan Blau - Rot Mosaik im Alter von 5 Monaten
Guppy Japan Blau – Rot Mosaik im Alter von 5 Monaten

Die Vorzüge der zweiten Generation

Die unten abgebildeten Männchen setze ich nun für die Zucht der Generation 3 an. Das Blau der Körperfarbe reicht insbesondere beim zweiten Männchen weiter in den Kopf hinein. Die Rückenflosse ist deutlich standardgerechter, beim Vater zieht sich der ersten Flossenstrahl bis nach hinten. Dies ist im Foto im des Vaters aufgrund des Alters bei der Aufnahme nicht deutlich sichtbar. Die Rückenflosse ist weißlich gelb gefärbt, jedoch ist das Rot schon erkennbar, ein klarer Fortschritt zur Elterngeneration, die eine sehr helle Rückenflosse hatte. Insgesamt ist die größte Verbesserung in der Rückenflosse erkennbar. Die Linie ist sehr vital und aktiv, dies ist gegenüber der bereits aktiven Elterngeneration sogar recht auffällig.

 

Japan Blue Red Mosaic -Männchen 1
Japan Blue Red Mosaic -Männchen 1

Japan Blue Red Mosaic -Männchen 2
Japan Blue Red Mosaic -Männchen 2

Kritikpunkte

Anhand der Bilder ist gut zu erkennen, dass im Gegensatz zur Elterngeneration sich das Muster der dunklen Punkte auf der Schwanzflosse (insbesondere bei Männchen 1) verdichtet hat. Das Muster entspricht noch nicht meinen Vorstellungen, eine trichterförmige Anordnung der dunklen Bänder wäre hier zu selektieren. Die Schwanzflossen sind noch zu kurz und entsprechen aktuell nur 60 – 70% der Körperlänge, wobei aber das Alter von etwas über 3 Monaten hier zu berücksichtigen ist. Ich gehe von einer Verbesserung in den nächsten 2 Monaten aus. Das Japan Blau ist in die Schwanzflosse „hineingezogen“, dies war bei Generation 1 nicht der Fall und gilt es wieder zu verbessern. Männchen 2 hat in der Schwanzflosse leicht abgerundete Ecken, bietet aber das bessere Muster und die bessere Rückenflosse. In den nächsten Generationen gilt es unter der Beibehaltung der Rückenflossenqualität die Schwanzflossenqualität wieder an die des Vaters heranzuführen. 

Die Weibchen

Mir fällt die Bewertung der Weibchen im Sinne des IKGH recht schwer, so dass ich mich stärker am Männchen orientiere. Die Weibchen der Linie haben eine schöne Musterung auf der Schwanzflosse, wobei diese auch eine Triangelform aufweist. Die Musterung geht aber noch zu stark in Richtung Grass, was in der Linie ja eingekreuzt ist. Die untere Partie der Schwanzflosse ist dabei kürzer als die obere, dies ist in der Regel bei Triangelweibchen so, mal sehen, ob dies noch zu verbessern ist. Der hintere Körper könnte noch kürzer / gedrungener sein. Die Dorsale (Rückenflosse) ist mir noch zu kurz.

 

Weibchen 1 der Japan Blue Mosaic Linie
Weibchen 1 der Japan Blue Mosaic Linie

Weibchen 2 der Japan Blue Mosaic Linie
Weibchen 2 der Japan Blue Mosaic Linie

 

 

Japan Blue American Pink White (APW)

Da mein Ansatz zu Japan Blau APW (American Pink White) bereits mit einem Monat begonnen hat auszufärben, möchte ich in diesem Bericht das Experiment vorstellen. Ob ich die Linie beibehalte kann ich derzeit noch nicht abschließend sagen.

Die Ausgangstiere des Kreuzungsexperimentes

Von Tobias Bernsee habe ich einige Lutino Guppys bekommen, um die seltene Grundfarbe zu erhalten. Diese Lutino hatten American Pink White (APW) zusätzlich auf dem X-Chromosom im „Gepäck“. Für meine Kreuzungen mit meinen Grass Guppys spielte dieses APW keine große Rolle. Als jedoch ein schön gefärbtes Männchen mit weißer Schwanzflosse in den Würfen fiel, habe ich mich gefragt wie das APW in einer anderen Kombination wirken würde. Daher habe ich ein Männchen meiner Japan Blue Linie verpaart mit einem der Lutino Weibchen mit APW. Das Japan Blau wird dabei über das Y-Chromosom vererbt, so dass ich Männchen mit blauen Körper und weißen Flossen erwartete.

Lutino Weibchen mit American Pink White (APW)
Lutino Weibchen mit American Pink White (APW)

Guppy Japan Blau

Die F1-Generation meines Kreuzungsexperimentes American Pink White / Japan Blue

Hier ein paar Bilder des Nachwuchses im Alter von einem Monat. Beim abgebildeten Männchen ist sehr gut das American Pink White auf der Schwanzflosse zu erkennen, welches sich bis auf den hinteren Körper zieht und dort vom Japan Blau abgelöst wird. In zukünftigen Generationen wäre die Farbtrennung zu verbessern. Also beispielsweise weiße Flossen und Japan Blauer Körper. Bei den Weibchen zeigt sich ebenfalls bereits beginnend an der Schwanzflossenoberseite das APW.

Guppy Japan Blau American Pink White - Alter ein Monat
Guppy Japan Blau American Pink White – Alter ein Monat

Guppy Japan Blau APW
Guppy Japan Blau APW

Weibchen Japan Blau APW
Weibchen Japan Blau APW

Weitere Informationen zu American Pink White

Im Netz konnte ich in einem Forum-Eintrag in www.guppytreff-berlin.de eine kurze aber präzise Beschreibung von APW finden. Daraus möchte ich hier zitieren:

„meist y-gebunden (manche Stämme aber auch x-gebunden)
Weiße Schwanzflosse die auf der Schwanzwurzel „überlappt“ und dort einen weißen Fleck hinterlässt. Manchmal auch zusätzlich ein kleiner schwarzer Punkt auf der Schwanzflossenbasis und ggf. weiße gefärbte Rückenflosse. Durch die Verkreuzung von Tieren mit roten (gelben) Farbgenen kriegt man gut und dauerhaft gelbliche und/oder rötliche (deshalb Pink-White) Schlieren ins Weiss.
Die einen werten das als Fehlfarbe…anderen gefällt das. Klares Weiß zu erhalten ist dauerhaft jedenfalls schwerer. (Zitat Nutzer wagtail)

Bilder von anderen Varianten mit APW

Da ich die APW Weibchen wie geschrieben mit meinen Grass Guppys gekreuzt habe, folgen hier die Bilder von zwei Kreuzungsergebnissen die mich zum Kreuzungsexperiment mit Japan Blau inspiriert haben. Ich denke, dass hier auch durch das ursprüngliche Red Grass recht gut die Namensgebung „Amerikanisches Rosa Weiß“ nachvollzogen werden kann.

Viel Weiß vom APW in der Schwanzflosse
Viel Weiß vom APW in der Schwanzflosse

Guppy mit APW und mehr Rotanteil in der Schwanzflosse
Guppy mit APW und mehr Rotanteil in der Schwanzflosse

 

Neues vom Superalbino

Am 29.11.2017 habe ich von einem hellen Guppy in meiner Grundfarbe Blau – Linie berichtet. Nun nach 3 Monaten möchte ich über diesen Sonderling, den ich spontan Superalbino getauft hatte, abschließend berichten.

Superalbino mit 3 Monaten
Albino Weiß Weibchen

Genetischer Hintergrund des Superalbino

Es handelt sich, wie vermutet tatsächlich um ein Weibchen, welches doppelrezessiv auf Albino und Blau 2 ist. In der Fachliteratur und auf einigen Internetseiten wird dies auch als weißer Albino oder Super-Weiss bezeichnet. Leicht erkennbar ist die genetische Herkunft einerseits durch die beim Albinismus typischen roten Albino-Augen. Da der Wurf aus meiner Grundfarbe Blau Linie (Blau 2) stammt, ist andererseits der genetische Ursprung auch hier klar.

Da es ein Weibchen ist, sind weitere Farbausprägungen leider nicht festzustellen. Es ist von einem durchscheinenden Weiß gezeichnet und damit deutlich heller als ein normaler Albino. Hier zum Vergleich auch ein „normales“ Albino-Weibchen:

Albino Weiss Weibchen
Albino Weiss Weibchen

Albino Red Grass
Albino Red Grass

Ausblick

Ich werde dieses Weibchen jedoch bei der weiteren Zucht einschließen, um zu sehen, wie ein solches Männchen im Phänotyp erscheinen würde. In diesem Fall würde ich unter dem Schlagwort Guppy Superalbino weiter berichten.

VDA-Beitritt

Seit 01.01.2018 bin ich Mitglied im VDA (Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V. gegr. 1911) Arbeitskreis Lebendgebärende Aquarienfische (VDA AK LAF).

Der Verband vertritt uns Aquarianer hinsichtlich der politischen und gesellschaftlichen Meinungsbildung. Dies ist meines Erachtens sehr wichtig, damit unser Hobby sich weiter verbreiten kann und nicht eingeschränkt wird.

(VDA) Arbeitskreis Lebendgebärende Aquarienfische

Als Arbeitskreis LAF des VDA tritt der für die Förderung der artgerechte Pflege von Lebendgebärenden Fischen und die Erhaltung von gefährdeten Populationen ein. Dazu gehört auch die Vermehrung und Verbreitung von Lebendgebärenden Fischen.

Eigener Beitrag

Der Guppy ist nun wahrlich keine gefährdete Population. Als Hochzüchter gibt es jedoch auch Gene die sehr selten sind, da sie zum Beispiel auf Ausstellung wenig Anklang finden. Ich möchte diese Gene erhalten und andererseits auch auf Ausstellungen zeigen. So züchte ich also nicht nur Ausstellungsfische, sondern erhalte auch seltene Gene beim Guppy.

Langfristig plane ich die Möglichkeit, dass ich Tiere abgeben oder verkaufen kann, um so die Verbreitung und Erhaltung zu ermöglichen.