Update Herdenzucht

In der letzten Zeit erreichten mich einige Fragen zu der von mir verwendeten Zuchtmethode Herdenzucht. Hinzu kommen einige Erkenntnisse zum Selektionsvorgehen in den aktuellen Zuchtgenerationen. Daher habe ich die Seite „Zuchtmethode“ aktualisiert und dokumentiere hier die Erkenntnisse bzw. nehme zu den eingegangenen Fragen Stellung.

Gibt es die eine Zuchtmethode ?

Sicher nicht. Jeder Züchter nimmt die ihm angenehmste unter Berücksichtigung seiner Erfahrungen und dem Stand des jeweiligen Zuchtstammes. Ich nutze die Herdenzucht, um das Maximum aus meiner Beckenanzahl zu erreichen, dabei nehme ich die Nachteile billigend in Kauf. Wichtig ist es natürlich dabei um die Nachteile zu wissen. Aus meiner Sicht überwiegen jedoch die Vorteile. So ist eine Zucht von Albinos oder Lutinos durch das Zusammenhalten von Weibchen und Männchen trotz der schnellen Unfruchtbarkeiten bei den Männchen durch die Herdenzucht deutlich besser möglich. Gerne verweise ich auf einen Artikel von Claus Osche zum Thema Albinozucht.

In welchen Becken wende ich die Zuchtmethode an ?

Ich verwende die Zuchtmethode in jeder Beckengröße, somit aktuell von 20 Liter bis 260 Liter an. Dabei passe ich die Anzahl der am Ende verwendeten Zuchttiere der Beckengröße an. Bei mir sind es im Minimum 4-5 Weibchen und 3-5 Männchen. Bei meinem größten Becken mit 260 Litern, habe ich als Ziel maximal 15 Weibchen und 15 Männchen für die Zuchtgruppe nach 3 – 3,5 Monaten.

Wie viele Becken nehme ich pro Zuchtlinie ?

Ich verwende die Herdenzucht ja vorwiegend deswegen, weil nur ein einziges Becken pro Linie benötigt wird. Sinnvoll ist es natürlich pro Stamm mehrere Linien (Becken) zu führen. Dabei strebe ich pro Stamm / Farbschlag minimal drei Linien an.

Was passiert mit den nicht mehr benötigten oder von der Zucht ausgeschlossenen Tieren ?

Die letzten Worte des Guppyzüchters sind nicht umsonst „Mehr Becken“. Bei mir werden die nicht mehr verwendeten Alttiere oder von der Weiterzucht ausgeschlossenen Guppys verfüttert bzw. mit Nelkenöl eingeschläfert. Einige Alttiere werden auf Wunsch auch verkauft oder sind dann auf Ausstellungen zu sehen.

Die Vorselektionen

Wie im vorangegangenen Beitrag beschrieben sind die Negativselektionen ähnlich wichtig, wie die abschließende Selektion zur endgültigen Zuchtgruppe. Bei der Herdenzucht gibt es häufig viele Nachkommen. Um so wichtiger ist nach meinen aktuellen Erfahrungen die Nachkommenschaft schnell zu reduzieren. Dabei habe ich anfangs noch auf die Farbausprägung nach ca. 2 – 3 Monaten gewartet. Dies geht jedoch je nach Anzahl der Nachkommenschaft deutlich zu Lasten des Wachstums. So nehme ich nunmehr nach einem Monat bei gut durchgezüchteten Linien eine deutliche Reduzierung schlicht nach Größe vor, denn die kleineren am Ende meist schmächtigeren Tiere schloss ich in der Regel ohnehin von der Weiterzucht aus. Bei Kreuzungsexperimenten lassen ich jedoch meist alle Männchen auf ein Alter von zwei Monaten kommen, da hier die Größe nicht so wichtig wie die richtige Merkmalkombination ist.

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